Klassenspiel

Klassenspiele an der Freien Waldorfschule Leipzig haben eine lebendige Vergangenheit und Gegenwart. Begonnen hat die Tradition mit dem Schuljahr 1997/ 1998 mit einer Inszenierung nach Max Frischs Werk „Die Chinesische Mauer“. Es folgten darauf in jedem Jahr außergewöhnliche Theater¬stücke, wie auch Komödien, die zunächst in der „Scheune“ in Stötteritz aufgeführt wurden, später dann, nach dem Umzug in die Berthastraße, auf eigener Bühne im Festsaal der Schule.

In fast allen Klassenstufen werden kleinere oder größere Klassenspiele für Eltern, Mitschüler, für die Schulgemeinschaft im Zusammenhang mit Jahresfesten oder Epochen einstudiert und aufgeführt. Solche intensiven Projekte formen und stärken die soziale Gemeinschaft einerseits. Körpersprache und Sprachbeherrschung finden Intensivierung neben der inhaltlichen Arbeit. Das Klassenspiel in der 8. Klasse ist zugleich ein Höhepunkt der achtjährigen gemeinsamen Klassenlehrerzeit. Das Klassenspiel der 11. Klasse ist nicht nur Teil des Waldorfabschlusses, sondern auch ein Höhepunkt des sozialen Miteinanders der Schüler und Schülerinnen gegen Ende der Oberstufenzeit. Hier bündeln sich alle künstlerisch-handwerklichen Erfahrungen und sozialen Kompetenzen. Es werden Kostüme genäht, Kulissen gebaut und künstlerisch gestaltet, Requisiten hergestellt und der musikalische Rahmen selbst erarbeitet. Ein besonderes Gewicht liegt für jeden einzelnen Schüler auch im szenischen Erarbeiten eines Werkes der dramatischen Literatur. Dabei erhält jeder Schüler die Möglichkeit, sich eine ihn ansprechende Aufgabe auszusuchen, sei es eine große oder kleine Rolle, Verantwortlichkeit für die Bühnen- oder Beleuchtungstechnik, Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Gestaltung von Programm und Plakaten) sowie szenischen Einstudierung. Anders als in den Jahren zuvor, werden die Schüler der 11. Klasse eigenverantwortlich in den künstlerischen Arbeitsprozess eingebunden, über dessen Erfolg sie durch Spielfreude und Engagement mitbestimmen können. Dies beginnt mit Gesprächen des Kennenlernens von verschiedenen Theaterstücken der Klassik, Moderne, Komödie oder Farce, des Sondierens der Wünsche, Erwartungen und Ziele. Über einen langen Prozess innerhalb der ersten Schuljahreshälfte kulminiert der Probenprozess letztendlich im Frühjahr zu intensiven szenischen Gesamtproben sowie Aufführungen.

Die Klassenspiele der 11. Klasse:

  • 1999  Max Frisch „Die Chinesische Mauer“
  • 2000  Rose/Budjuhn „Die 12 Geschworenen“
  • 2001  J.P. Sartre „Geschlossene Gesellschaft“, Albert Camus „Das Missverständnis“, Peter  Handtke „Publikumsbeschimpfung“
  • 2001  Woody Allen „Manhatten Murder Mysterie“
  • 2002  Thornton Wilder „Wir sind noch einmal davongekommen“
  • 2003  Jewgeni Schwarz „Der Drache“
  • 2004  Friedrich Dürrenmatt „Die Physiker“
  • 2005  “Alice in Alice in Alice“ Aufführung und Gastspiel…
  • 2006  Dario Fo „Der Papst und die Hexe“
  • 2007  Friedrich Dürrenmatt „Der Besuch der alten Dame“
  • 2008  Rolf Hochhuth „Inselkomödie“ ,  Gastspiel zur Hochhuth-Tagung in Weimar in Anwesenheit des Autors
  • 2009  Michael Ende „Die Spielverderber“
  • 2010  Ferdinand Bruckner „Die Verbrecher“
  • 2011  Woody Allen „Bullets over Broadway“
  • 2012  Jean Giraudoux “Die Irre von Chaillot“
  • 2013  Friedrich Dürrenmatt „Die Physiker“
  • 2014  Norbert Brandl, Mike Sonntag „Die Raumpflegerpatrouille“
  • 2015 Bernd Storff „Kopfsprung ins Dunkel“
  • 2016  Arthur Miller „Hexenjagd“
  • 2017 Bertolt Brecht „Der gute Mensch von Sezuan“
  • 2018  Woody Allen “Manhatten Murder Mysterie”
  • 2019  Dario Fo „Er hatte zwei Pistolen und seine Augen waren schwarz und weiß“
  • 2020  Michael Ende „Die Spielverderber“